Die Pflanzenwelt des Altaigebirges
Die großen Niederschlagsunterschiede und die verschiedenen Höhenlagen des Altaigebirges führen zu einer besonders vielfältigen Vegetation.
Im Süden, wo sich der Altai aus den Steppen erhebt, gibt es eine untere, niederschlagsbedingte und eine obere temperaturbedingte Waldgrenze. Die untere Waldgrenze liegt im westlichen Altai bei nur etwa 350 m während sie im Südostaltai bis auf 1800 m hinauf klettern kann.
Im Norden gibt es keine untere Waldgrenze. Hier gehen die Baumbestände direkt in die Taigagebiete über.
Die obere Waldgrenze liegt im Altaigebirge bei etwa 1500 m im Norden und bei etwa 2400 m in den südlichen Teilen.
Die Wälder des Altaigebirges setzen sich im wesentlichen aus 5 verschiedenen Nadelbaumarten und einigen kleinblättrigen Laubbäumen wie Hängebirken (Betula pendula), und Espen (Populus tremula) zusammen.
Die häufigste Nadelbaumart ist die Sibirische Lärche (Larix sibirica), die vor allem die kontinentalen Teilen dominiert. In den Gebirgsteppen besiedelt sie oft in lichten Beständen die Nordhänge, was insgesamt zu einer parkartigen Waldsteppenlandschaft führt. Im Unterwuchs dieser lichten Lärchenwälder findet man Rhododendron dahuricum, Spiersträucher (Spiraea aquilegifolia), Rosen (Rosa acicularis) und Zwergmispeln (Cotoneaster melanocarpus).
In den südlichen Teilen des Altai bildet die Lärche allein oder zusammen mit der Zirbelkiefer (Pinus cembra ssp. sibirica) meist die obere Waldgrenze. Nur auf sandigen und trockenen Böden der Randzonen bildet die Wald-Kiefer (Pinus silvestris) größere Bestände.
Die typische Waldform des niederschlagsreichen, kalten Nordostaltai ist die sogenannte dunkle Nadelwaldtaiga. Sie besteht vor allem aus sibirischen Zirbelkiefern (Pinus sibirica), Sibirischen Fichten (Picea obovata) und Sibirischen Tannen (Abies sibirica) und bildet im Nordaltai die Waldgrenze.
Unterhalb der dunklen Taiga liegt die Schwarze oder Finstere Taiga, die vor allem aus Tannen besteht, zu denen sich einige Laubhölzer wie Ebereschen (Sorbus sibirica), Traubenkirschen (Padus racemosa) und Espen (Populus tremula) gesellen.
Zwischen den Wäldern des Altai liegen immer wieder blumenreiche Bergsteppen oder Staudenfluren.
Oberhalb der Wälder liegen im nördlichen Teil des Altai Waldtundren mit Zwergbirken (Betula nana), Heckenkirschen (Lonicera hispida), Zwergmispeln (Cotoneaster uniflorus) und Johannisbeeren (Ribes) und im Südaltai alpine Matten, die von Mooren durchsetzt sind.
Im größten Teil der alpinen Stufe, besonders auf den Hochplateaus finden sich Gebirgstundren mit etlichen Moosen und Flechten.
In den oberen Höhenlagen schließt sich eine Steintundra an, die bis zur Schneegrenze hinaufreicht.
Im südlichen Teile des Altai, insbesondere im Gobi-Altai, finden sich wegen des trockenen Klimas ausgedehnte Wüstengebiete.