Flüsse des Altaigebirges
Bija
Der Fluß Bija (russ. Бия, altaisch für “Mann”) entspringt dem Telezker See im Altaigebirge. Von dort fließt er über rund 300 Kilometer in Richtung Nordwesten nach Bijsk, wo er er auf den Haupt-Quellfluss des Ob, den Fluß Katun stößt und sich mit ihm zusammen zum Ob vereinigt.
Katun
Der Fluss Katun (russ. Катунь, altaisch für “Frau”) ist der 688 Kilometer lange Haupt-Quellfluss des Ob. Er entspringt in der Nähe der russisch-kasachischen Grenze im Altaigebirge an dem 4506 Meter hohen Berg Belucha. Von dort aus fließt er in einem langgestreckten Bogen im Westen um die Katun-Kette herum und danach wieder nach Norden. Etwas weiter nördlich fließt ihm bei Bijsk das Wasser des kürzeren Flusses Bija zu, der ebenfalls als Quellfluss des Ob betrachtet wird. Ab diesem Punkt trägt der Fluß den Namen Ob.
Ob
Der Ob (russ. Обь, chantisch As) ist ein 3650 Kilometer langer Strom in Westsibirien. Er entsteht durch die Vereinigung der beiden Flüsse Bija und Katun nahe der Stadt Bijsk. Der Ob durchfließt unterhalb der Stadt Barnaul den großen Kamener Stausee und anschließend den Nowosibirsker Stausee, an dessen Talsperre die Großstadt Nowosibirsk liegt. Dann fließt er in nordwestlicher Richtung durch das Westsibirische Tiefland.
Tschulyschman
Der 241 Kilometer lange Fluß Tschulyschman (russ. Чулышман) bildet mengenmäßig (ca. 70%) den größten Zufluß des Telezker Sees.
Der Tschulyschman entspringt im Osten des Altai, in der Senke zwischen dem hier über 3500 Meter hohen Schapschalkamm und dem Tschulyschman-Hochland (russ. Чулышманское нагорье / Tschulyschmanskoje nagorje; auch Tschulyschman-Bergland, Tschulyschmanskoje ploskogorje) in der Nähe der Grenze zu Tuwa in etwa 2300 Metern Höhe.
In Quellnähe durchfließt er den 29,5 km² großen See Dschulukul (russ. Джулукуль) und durchquert dann das Tschulyschman-Hochland in westlicher Richtung. Danach wendet sich der Fluss in nordwestliche Richtung und durchfließt ein enges, tiefes Tal zwischen dem Tschulyschman-Hochland und dem Ulagan-Plateau (russ. Улаганское плато/ Ulaganskoje plato), um schließlich etwa 10 Kilometer unterhalb der einzigen Siedlung am Fluss, Balyktscha, in den Telezker See zu münden.
Der Tschulyschman friert zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember zu, und wird zwischen Ende März und Anfang Mai eisfrei. Von Mai bis September führt er Hochwasser.
Mit der großen Zahl an Stromschnellen und Wasserfällen, die über eine Länge von mehr als 200 Kilometern verteilt sind, gilt der Fluß als einer der schwierigsten mit Kanu oder Schlauchboot zu befahrenden Flüsse Russlands.
Er ist, wie auch sein Nebenfluss Baschkaus, auf weiten Strecken des Mittellaufs in die höchste Schwierigkeitskategorie VI (nach russischer und internationaler Klassifikation) eingeordnet. Trotz einiger Entfernung zu bewohnten Gebieten und seines schwer zugänglichen Oberlaufes ist er insbesondere unter russischen Kanusportlern sehr beliebt.
Seen des Altaigebirges
Telezker See
Der Telezker See oder Telezkischer See (russ. Озеро Телецкое; altaisch Altyn-Kol, wörtlich: “Goldener See”) ist der größte See des Altaigebirges und der Republik Altai und einer der 25 tiefsten Seen der Welt. Er gilt als die “Perle des Altai” und ähnelt in vielen Merkmalen dem größeren Baikalsee.
So wie der Baikalsee hat auch der Telezker See eine langgestreckte Form. Er besitzt mehrere Zuflüsse (u.a. den Tschulyschman) und nur einen Abfluss: den Fluß Bija.
Der See liegt 434 Meter über dem Meeresspiegel, hat eine Länge von 78 Kilometern und ist bis zu 5 Kilometern breit. Die Gesamtfläche beträgt 231 Quadratkilometer und er enthält 40 Kubikkilometer Wasser. Mit einer maximalen Tiefe von 325 Metern ist er einer der tiefsten Seen Sibiriens.
Das Wasser des Sees ist außergwöhnlich sauber und klar, so dass Sichttiefen bis zu 15 Metern möglich sind.
Der Legende nach gab es vor langer Zeit im Altai eine Hungersnot. Da versuchte ein reicher Kaufmann einen Goldbarren im ganzen Land gegen ein Stück Brot einzutauschen. Dabei durchwanderte er den ganzen Altai, konnte aber für seinen Schatz nicht mal eine einzelne Scheibe Brot bekommen. Tief enttäuscht warf der reiche Mann erst den Goldbarren in den See um anschließend selbst in den tiefen Wassern zu sterben. Seit diesem Tag heißt der Telezker See in der Sprache des Ojrot-Altai-Volkes “Altyn-Kol” was soviel wie “Goldener See” bedeutet.